HIV-PrEP

 

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Aus aktuellem Anlass

Im Rahmen der Corona-Krise sollten derzeit die Sozialkontakte auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden. Das gilt aus naheliegenden Gründen insbesondere  für körperliche und sexuelle Begegnungen. Vor diesem Hintergrund sollte die derzeitige PrEP-Einnahme kritisch hinterfragt werden - auch, weil die weitere Entwicklung der Epidemie und mögliche Medikamentenengpässe nicht absehbar sind.

Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass PrEP-User*innen, die die HIV-PrEP pausieren möchten, die Medikation über sieben Tage nach dem letzten Risikokontakt weiternehmen sollen.
 

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Bei der HIV-Prä-Expostionsprophylaxe (PrEP) wird eine Medikation zur Verhinderung einer HIV-Infektion eingenommen. Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien empfehlen die PrEP für Menschen mit einem substantiellen Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren.

Die Wirksamkeit der PrEP ist in Studien mit schwulen Männern, die ein besonders hohes Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren,  belegt (Ipergay Studie, PROUD Studie). In diesen Studien wurde eine Senkung des Übertragungsrisikos von 86% dokumentiert, der Schutz liegt bei insgesamt über 90%. Die PrEP hat damit eine ähnlich gute Schutzwirkung wie der Gebrauch von Kondomen. Entscheidend für die Wirksamkeit ist die regelmäßige Tabletteneinnahme. In Deutschland ist die PrEP ausschließlich zur täglichen Einnahme zugelassen.

Im Rahmen der PrEP sind regelmäßige Labortestungen unerlässlich, um sicherzustellen, dass keine Organschädigungen durch die PrEP verursacht werden. Auch muss ausgeschlossen werden, dass trotz PrEP- Einnahme eine HIV Infektion stattgefunden hat.

Die PrEP minimiert ausschließlich das Risiko einer HIV-Infektion. Die PrEP schützt NICHT vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI).